Pilgerhotel Berlin

Hotels für Pilger und Wallfahrer

Auch wenn die Stadt Ausgangspunkt einer beliebten Pilgerroute ist, sucht man doch ein klassisches Pilgerhotel in Berlin vergebens. Zwar gibt es eine Hospitalera, eine Pilgerherberge vom Alltag, wie sie sich selbst bezeichnet, im Katharinenstift an der Greifswalder Straße. Aber anders als der Name vermuten lässt, besteht dort keine Übernachtungsmöglichkeit. Das ist aber auch nicht dramatisch, denn angesichts der beinahe 150.000 Gästebetten in knapp achthundert Beherbergungsbetrieben unterschiedlichster Preiskategorien in Berlin dürfte auch der Pilger vor dem Start seiner Reise eine angemessene Bleibe finden.

Der Weg der drei Hostien

Übernachten in Berlin

Wer dem Jakobsweg durch die Mark Brandenburg folgen möchte, sollte sein Pilgerhotel in Berlin an der Nordwestgrenze der Stadt oder im angrenzenden Brandenburg wählen. Der Flughafen Tegel liegt beispielsweise sehr günstig zum benachbarten Henningsdorf. Dort startet der Weg ins 119 Kilometer entfernte Bad Wilsnack. Naturbelassene Wege führen durch Wälder und entlang der weiten Felder, gelegentlich muss auch ein Stück auf den recht verkehrsarmen Landstraßen der Region zurückgelegt werden. Gekennzeichnet ist der Pilgerweg durch das Wilsnacker Pilgerzeichen – drei orange Kreise, die für drei Hostien stehen.

Pilgerhotel in Berlin
1/1

Auch wenn die Stadt Ausgangspunkt einer beliebten Pilgerroute ist, sucht man doch ein klassisches Pilgerhotel in Berlin vergebens.

Wallfahrt zur Wunderblutkirche

Schon der mittelalterliche Jakobsweg führte von Berlin über Bad Wilsnack zur Elbe und erst dann in Richtung Südwesten, zum Grab des Apostels Jakobus in der spanischen Stadt Santiago de Compostela. Das ist immerhin ein Umweg von mehreren hundert Kilometern, und damit für Pilger, die zu Fuß unterwegs sind, eine gehörige Strapaze und eine Verzögerung von mindestens zwei Wochen. Der Grund für die Schleife nach Nordwesten ist die Wunderblutkirche St. Nikolai. Nach einem Brand der Kirche im Jahr 1383 wurden dort drei unversehrte, aber blutrot verfärbte Hostien gefunden. Seitdem ist St. Nikolai Wallfahrtskirche. Sicher haben Sie den Zusammenhang mit dem heutigen Pilgerzeichen erkannt, das den Weg von Henningsdorf mach Bad Wilsnack markiert.

Ein Umweg auf den Spuren Theodor Fontanes

Die heutige Rekonstruktion des alten Pilgerwegs folgt dem historischen Verlauf, vermeidet aber Autostraßen. Abgesehen von der Bedeutung der Wallfahrtskirche bietet die Wegführung auch den Charme vieler erhaltener Ortskerne, gotischer Dorfkirchen, Stadtbefestigungen und sogar einiger Burgen. Wusterhausen und Kyritz liegen am Weg, auf dem man die beaknnten ostdeutschen Alleen erlebt und unzählige Flüsschen und Bäche kreuzt. Ganz nebenbei wandelt man auch noch auf den Spuren des berühmten Dichters Theodor Fontane, der hier seine Wanderungen durch die Mark Brandenburg erlebte. Der gesamte Weg ist auch durch öffentlichen Nahverkehr erschlossen. Der Takt ist nicht besonders dicht, und etwas Vorausplanung ist nötig. Aber wer sich keine zwanzig Kilometer am Tag zutraut, kann sich durchaus auch auf einigen Abschnitten seines Pilgerwegs fahren lassen.

Mehr zum Thema