Hotel Adlon Berlin

Das Adlon in Berlin

Schon bei seiner Eröffnung im Jahr 1907 hatte das Hotel Adlon Berlin die Aufmerksamkeit von Kaiser Wilhelm II und Kaiserin Auguste Viktoria. Prominente Gäste gaben sich in den Folgejahren die Klinke in die Hand, und in zahlreichen Büchern und Filmen spielt das Adlon Hotel Berlin eine wesentliche Rolle. Der heutige Neubau setzt die Tradition eines inoffiziellen Gästehauses der Bundesregierung fort. Stars und Sternchen steigen im Adlon ab – unvergessen die Schrecksekunde, als 2002 Michael Jackson seinen Sohn über die Balkonbrüstung den Fans entgegenstreckte und er ihm beinahe aus den Händen geglitten wäre.

Luxus der Oberschicht

Übernachten in Berlin

Die Entstehungsgeschichte des Adlon ist getragen von dem Anfang des 20. Jahrhunderts aufkommenden Wunsch wohlhabender Menschen aus Adel und Großbürgertum, nicht mehr nur auf abgelegenen Landsitzen zu feiern, sondern – nach amerikanischem Vorbild –mitten in der Weltstadt Berlin. Waren Hotels in Deutschland bislang reine Übernachtungsmöglichkeiten, wurden sie nun als Ballsäle entdeckt. Aber das Residieren im Hotel Adlon Berlin hatte auch einen durchaus praktischen Zweck: Berlin ist im Winter ausgesprochen kalt und zugig. Die Zimmer des Adlon waren winddicht und gut beheizt. Selbst der Kaiser wohnte lieber im luxuriösen Hotel als in seinem kalten Schloss.

Hotel Adlon in Berlin
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Seit der Neueröffnung durch Bundespräsident Roman Herzog 1997 ist das Adlon an eine Tochtergesellschaft der Kempinski AG verpachtet und heißt deshalb korrekt Hotel Adlon Kempinski

Gästehaus der Regierung

Bis zum ersten Weltkrieg beherbergte das Adlon europäische Könige und Kaiser, den Zar von Russland und den Maharadscha von Patiala in Britisch-Indien. Henry Ford, Thomas Alva Edison und John D. Rockefeller bereicherten die Gästeliste. Nach dem Krieg profitierte das Hotel, mittlerweile zur festen Institution und Sehenswürdigkeit in Berlin aufgestiegen, von der wachsenden Zahl internationaler Gäste in den goldenen Zwanzigerjahren. Zwar hatte das Fürstentum ausgedient, aber Ikonen jener Zeit wie Charlie Chaplin und Marlene Dietrich boten zum Ruf des Hauses passenden Ersatz. Zwei Millionen Übernachtungsgäste verzeichnete das Hotel Adlon Berlin zwischen 1925 und 1930 – gemessen an der damaligen Zahl der Reisenden und dem Preisniveau des Hauses eine beachtliche Größenordnung. Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wendete sich das Blatt. Einerseits blieben vor allem amerikanische Touristen aus, andererseits war die Weltoffenheit des Adlon bei der NS-Prominenz nicht gut angesehen. Den Krieg überstand das zuletzt als Lazarett genutzte Adlon Hotel Berlin trotz großer Zerstörungen am Pariser Platz beinahe unbeschädigt, brannte aber nach der Kapitulation der Stadt während der Besetzung durch die Rote Armee nahezu vollständig aus.

Neubau in historischem Stil

Erst mit dem Ende der deutschen Teilung wurden die Pläne für einen Neubau konkretisiert. Dieser ist keine Rekonstruktion des historischen Vorbilds, sondern greift die damaligen Stilelemente auf. Das Hotelmarketing nutzt die Parallelen, um an die Geschichte des alten Adlon anzuknüpfen. Seit der Neueröffnung durch Bundespräsident Roman Herzog 1997 ist das Adlon an eine Tochtergesellschaft der Kempinski AG verpachtet und heißt deshalb korrekt Hotel Adlon Kempinski. Es gehört zum Hotelverbund The Leading Hotels of the World und ist eines der drei umsatzstärksten Häuser in Deutschland.

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