Hotel Stadt Berlin

Das Hotel "Stadt Berlin"

Das Park Inn by Radisson ist sicher eines der bekanntesten Bauwerke Berlins und bestimmend für das Bild des belebten Alexanderplatzes. Als Inter-Hotel „Stadt Berlin“ hat das Haus eine wechselvolle Geschichte und hält auch heute noch einen Rekord. Das Estrel, ebenfalls in Berlin, läuft mit 1.125 Zimmern und einer im Bau befindlichen Erweiterung um 800 Zimmer dem Park Inn zwar den Rang als größtes Hotel Deutschlands klar ab. Was bleibt, ist der Ruhm für das höchste reine Hotelgebäude.

Rechnet man alle Aufbauten mit, kommt man auf fast 150 Meter. Das reicht sogar für Platz 2 aller Berliner Hochhäuser nach den Treptowers in Alt-Treptow.

Neugestaltung des Alexanderplatzes ab 1964

Übernachten in Berlin

Der Alex, einst einer der verkehrsreichsten Plätze Europas, lag nach dem zweiten Weltkrieg in Trümmern. Auch der größte Teil der Bebauung rundherum war durch Luftangriffe zerstört. Ab 1964 begann die Neugestaltung nach der Idee eines „sozialistischen Platzes“, wie sie der SED-Parteitag 1958 beschlossen hatte. Zur Planung gehörte auch ein großes Interhotel, das zunächst für die Südseite des Alex vorgesehen war, ab 1967 aber im Nordosten errichtet wurde. Die Eröffnung fand am 7. Oktober 1970 statt, passend zum 21. Gründungstag der DDR. Tausend Menschen Personal für seinerzeit 1006 Zimmer, bemerkenswert schnelle Aufzüge bis in die 39. Etage und – besonders ungewöhnlich für die DDR der 1970er Jahre – eine integrierte Autowerkstatt mit Waschanlage zeichneten das Hotel Stadt Berlin aus. Als Vorzeigeprojekt beherbergte das Haus häufig Delegationen aus den Bruderländern des Warschauer Pakts, auch wenn es formal nur vier Sterne aufweisen konnte.

Hotel Stadt Berlin
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Der Alex, einst einer der verkehrsreichsten Plätze Europas, lag nach dem zweiten Weltkrieg in Trümmern.

Renovierung nach der Wende

Viel Geld floss nach der Wende in die Sanierung des Hotels Stadt Berlin, das zunächst Forum Hotel hieß und seit 2003 den vollständigen Namen Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz führt. Schon vor der Neuverpachtung wurde die Braut hübsch gemacht – zwanzig Millionen Euro kostete die Sanierung der Zimmer im Jahr 2001. Betrieben wird es heute von der Rezidor Hotel Group (ehemals Carlson Wagonlits), die ein gutes Geschäft macht. Der durchschnittliche Auslastungsgrad lag schon zu Forum-Zeiten bei 86 %. Mit dem neuen Pachtvertrag dürfte sich auch die Frage eines Abrisses des Hotelturms erledigt haben. Interhotel als Eigentümer plante zwischenzeitlich den Ersatz des alten Hotels durch drei neue Hochhäuser auf dem Gelände. Grundstückseigentümer ist seit Dezember 2006 die US-amerikanische Blackstone Group, die die Hotel Stadt Berlin Grundstücks GmbH übernommen hat.

Rasant abwärts

Unter neuer Regie wurden 2005 für drei Millionen Euro rund 15.000 m² Glasfassade mit 6.800 verspiegelten Elementen ausgetauscht. Wer heute den Nervenkitzel des Base Flyings ausprobiert – ein Sprung von der Dachterrasse aus 125 Metern Höhe, gesichert durch die schnellste Personenseilwinde der Welt –, kann sich also dabei im Spiegel zuschauen, wenn er die Augen offenhält.

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