Hotel Brecker Berlin

Leider nur eine Filmkulisse: Das Hotel "Brecker" in Berlin

Januar 2004 – es ist Nacht, und am Hotel Brecker in Berlin regnet es in Strömen. Der Mann, der am Kurfürstendamm aus dem silbernen Opel steigt, trägt nur eine dünne Jacke. Und Cut! Die Szene stammt aus dem Agenten-Thriller Die Bourne Verschwörung. Jason Bourne alias Damon ist auf dem Weg zu seinem ersten Auftragsmord im Hotel Brecker.

Sie möchten auf den Spuren von Jason Bourne wandeln und auch einmal im Brecker Hotel in Berlin einchecken? Pech gehabt – dieses Hotel ist reine Fiktion, ebenso wie der Regen, der aus Wasserdüsen kommt.

Haus Cumberland als Filmkulisse

Übernachten in Berlin

Gedreht wurde für den Film im Haus Cumberland, am Kurfürstendamm gleich gegenüber dem George-Grosz-Platz. Der Architekt Robert Leibnitz, der das Haus Cumberland 1911/12 errichten lies, zeichnet auch für das historische Adlon Hotel aus dem Jahr 1907 verantwortlich. Ursprünglich geplant war ein Boarding Palace, also ein Appartement-Haus mit Service. Der zehntausend Quadratmeter große Komplex, benannt zu ehren des Dritten Herzogs von Cumberland Ernst August, wurde in der Folgezeit häufig von Behörden genutzt, zuletzt bis 2003 von der Berliner Oberfinanzdirektion. Während des folgenden Leerstands diente er nicht nur für die Bourne Verschwörung als Drehort, sondern auch für den Vampirfilm Wir sind die Nacht und für eine ZDF-Fernsehserie. 2010 wurde Haus Cumberland mit Regisseur Leander Haußmann zum Hotel Lux. Zu dieser Zeit befand es sich schon unter der Regie neuer Eigentümer, die das Gebäude nach historischem Vorbild sanierten und neben Geschäfts- und Büroflächen 183 hochwertige Eigentumswohnungen im rückwärtigen Teil des Gebäudes realisierten.

Filmpark Babelsberg

Große Teile der dreihundert Leute starken Filmcrew kamen aus den Studios in Babelsberg. Wenn es schon mit dem Hotel Brecker in Berlin nichts wird, könnten Sie vielleicht einen Abstecher dorthin planen. Sind Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, kaufen Sie ein Ticket für die Zone ABC. Selbst die Tageskarte ist nur ein paar Cent teurer als der Innenstadtbereich AB, und Sie haben freie Fahrt mit der S-Bahnlinie 1 nach Babelsberg oder noch eine Station weiter zu den preußischen Schlössern nach Potsdam. Seit 1912 werden in Babelsberg Filme produziert. Das Studio Babelsberg ist damit nicht nur das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt, sondern auch das größte in Europa. Der berühmte Science-Fiction-Film Metropolis von Fritz Lang aus dem Jahre 1926 entstand hier, 1930 Der blaue Engel unter der Regie von Josef Sternberg mit der unvergessenen Marlene Dietrich in der Hauptrolle. Von 1998 bis 2013 stand die Kulisse Berliner Straße in Babelsberg, errichtet ursprünglich für den Film Sonnenallee, später aber in vielen weiteren Produktionen genutzt, unter anderem für Inglourious Basterds. In der Medienstadt Babelsberg arbeiten heute rund zweitausend Menschen. Der Freizeitpark mit mehr als zwanzig filmspezifischen Attraktionen lockt jedes Jahr zwischen April und November mehr als dreihunderttausend Besucher und schlägt damit sogar knapp das Schloss Sanssouci.

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