7 Sterne Hotel Berlin

Sieben trügerische Sterne

Ein 7-Sterne Hotel in Berlin werden Sie vergeblich suchen, und wenn sie doch eines finden, seien Sie äußerst skeptisch. Das offizielle Klassifizierungssystem des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA, das auch die Vergabekriterien der Hotelstars Union in Europa maßgeblich geprägt hat, endet nämlich bei fünf Sternen. Sieben Sterne sind also pure Fantasie des Hotels und könnten sich bei genauerem Hinsehen als Sternschnuppen entpuppen, bei denen Sie aber keinen Wunsch frei haben.

Drei Hotels weltweit werden mit sieben Sternen geehrt

Übernachten in Berlin

Der 1996 eingeführte Kriterienkatalog des DEHOGA ist überaus erfolgreich. Rund 80 % der Gäste geben an, ihre Unterkunft nach den Hotelsternen auszusuchen. Versuche einer einheitlichen Regelung scheitern an unterschiedlichen rechtlichen Voraussetzungen, lokalen Standards und nicht zuletzt auch an den Kosten, die die Hotels für die Vergabe der Sterne bezahlen müssen. In einigen europäischen Ländern gibt es verbindliche Vorgaben für Hotelsterne, und manchmal ist es sogar eine Behörde, die die Sterne zuweist. In anderen Ländern fehlen klare Regelungen, und einem Missbrauch der Sterne wird auch nicht konsequent ein Riegel vorgeschoben.

Dabei ist gar nicht so klar, wo eigentlich die Grenze zur Irreführung potenzieller Gäste überschritten ist. Sehr namhafte Hotelketten vergeben ihre Sterne selbst. Sie richten sich dabei nach den Voraussetzungen für die Zertifizierung durch den DEHOGA. Ausstattung und Service sind nicht anders, als wenn die Sterne offiziell vergeben wären. Der Gast bemerkt keinen Unterschied, aber das Hotel spart Gebühren für Prüfung und Vergabe der Hotelsterne. Ein 7-Sterne-Hotel in Berlin kommt dabei aber nicht heraus, denn fünf Sterne sind auch bei der Selbsteinschätzung die seriöse Obergrenze.

Wenn also mehr als fünf Sterne an einer Berliner Hoteltür prangen, ist gesunde Skepsis gefragt. Weltweit werden nur drei Häuser als 7-Sterne-Hotels bezeichnet. Im 1999 eröffneten Burj-al-Arab in Dubai hat jedes Zimmer einen eigenen Diener, und das 2005 eröffnete Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi steht diesem Anspruch nicht nach. Interessanterweise werben beide De Luxe Unterkünfte nicht mit diesen Sternen, sondern weisen sie als journalistische Erfindung von sich. Verständlich, denn Häuser dieser Klasse haben es nicht nötig, sich mit Fantasie-Sternen zu schmücken. Die Gäste wissen ohnehin, was sie erwartet. Dritter im Bunde ist das Town House Galleria in Mailand. Es ließ sich bei seiner Eröffnung 2007 von der zuständigen italienischen Stelle zwar ein 7-Sterne-Zertifikat ausstellen, offiziell gilt aber auch hier die Höchstzahl von fünf Sternen.

SUPERIOR ergänzt die Sterne

Von den arabischen Emiraten und Mailand aber zurück in das fiktive 7-Sterne-Hotel von Berlin. Wer mit der 5-Sterne-Kategorie nicht zufrieden ist und ein ganz besonderes Komforthotel sucht, sollte auf die Klassifizierung SUPERIOR achten. Sie ist auf dem DEHOGA-Schild unter den jeweiligen Sternen zu finden und besagt, dass das Hotel die Anforderungen der vergebenen Kategorie deutlich übertrifft. Da es bei fünf Sternen keine bessere Einstufung mehr geben kann, ersetzt die SUPERIOR Auszeichnung gewissermaßen den sechsten und vielleicht sogar den siebten Stern.

Von rund 260 klassifizierten Hotels in Berlin haben übrigens nur etwa zehn die fünf Sterne erreicht. Darunter sind klangvolle Namen wie das Adlon Kempinski und das Rocco Forte Hotel de Rome im Bezirk Mitte oder das Ritz-Carlton am Potsdamer Platz. Bei der Auswahl eines einzigartigen Hotelzimmers in der Hauptstadt sind aber auch die Häuser mit selbst vergebenen Sternen einen Blick wert. Das Hilton am Gendarmenmarkt hat beispielsweise ebenso keine DEHOGA-Einstufung wie das Radisson Blu mit seinem bekannten Aquarium.

Mehr zum Thema