Aida Berlin

Berlin Aida

Die AIDA ist meiner Meinung nach das beste italienische Restaurant in Berlin. Deutsche Oper Berlin mit "Aida" auf Sparkurs. Eine Unterhaltung mit dem Berliner Regisseur. In Berlin zu speisen bedeutet alles, vom Snack bis zur Sterneküche. Die AIDA Agentur für Reinigung und Pflege.

Es war es lohnenswert, es zu versuchen.

Unglücklicherweise hat unser italienischer Volksstamm am Sonntagabend zu. Man entschied sich für die Spagetti mit Scampis (16,50 Euro) und die Pizzeria Kalabrese mit pikanter Wurst (12,50 Euro), dazu ein Gläschen Rot- und Weisswein (5 Euro) und eine Wasserflasche (6 Euro). Der Teig war bissfest - wie es sein sollte, die Teigwaren waren knackig und reichlich garniert.

Unglücklicherweise schmeckt der Tropfen etwas fade, ein weit verbreitetes Phänomen bei offenem Fass. Schließlich gab es am Ende einen Schnaps auf dem Hause, eine in Berlin immer seltenere Gebärde.

Lärmend, leiser, am lautersten

Eine " Aida " spielt er an der Deutsche Oper Berlin, wo das Gehör verschwindet. Die Aida von Guiseppe Verdi fängt im Ensemble mit einem Doppelpianissimo in den aufgeteilten ersten Violinen an, spielt kon sordiniert, d.h. mit Streichern, und sobald die auch aufgeteilten zweiten Violinen, die auch kon sordiniert spielen, in Takte 14 eintreten, wird das Doppelpianissimo ein Tripel, das heißt Spp.

Wenn auf der Buehne drei Stunde spaeter etwas verstirbt, Utopia, Zuneigung, Weltfrieden oder unser Opernbegriff, der wissen will, und nach dem Text Aida und Radiames lebendig ummauert werden, steigen die Violinen auf das hoechste Sopran.

Für Nachahmungen bitte nicht geeignet!

In der Deutschen Oper Berlin fanden immer wieder ungewöhnliche szenische Interpretationen von "Aida" statt, von Wilhelm Wagners bis zu Gottfriedrich. In der jüngsten Neuproduktion präsentiert er zusammen mit der Dramatikerin Dorothea Hartmann das Werk als Spiegel der traurigen Geschichte des antiken Verdis mit Giuseppe Stpponi und Theresa Stenz.

Im Programm sind die Erläuterungen dazu recht anschaulich, wenn auch mit großem Aufwand - auf sieben Seiten: Für "Aida" als "Kammerspiel" wird das "zentralperspektivische Interieur" des Hauses zum "besten Grabmal, das man kriegen kann". Auf der Bühne, hinter einem Mullschleier, tritt das Sinfonieorchester der DSO auf.

Eine Arbeitsfläche mit Stühle, darüber eine Leinwand, auf die das, was auf dem Schreibtisch steht, abgebildet wird: eine Karte, eine Postkarte und später ein Taschenmesser. Aus einer doppelseitigen Zeitung macht sie die Krone ihres Pharaos, und die Medaillen, die sie ihr auf die Brust steckt, sind Flüchtlingsfotos als Tränen aus den Zeitungen. In einer Mitteilung der Deutsche Oper Berlin wird daher vorsichtshalber auf " vorübergehende Sehbehinderungen [....] hingewiesen.

Der Opernliebhaber weiß die verstärkten Singstimmen von der Seebühne in Bregenz, wo die Amplifikation jedoch wesentlich geschickter erfolgt als in dieser Operninszenierung, wo die elektro-akustische Amplifikation der Solostimmen aus dem Stand der Diskotheken zu konkurrieren scheint: auf Lautstärke statt auf Abgrenzung. Im zweiten Teil des Abend klirren die Sänger mit halbgefüllten Tablettenröhren (so hört es sich jedenfalls an, obwohl ich mich als dramaturgischen Grund nur an den alten Theater-Spruch "Klappern ist Teil des Handwerks" erinnerte).

Doch wie oft hat er einen Taktstock, wird erst klar, wenn er ununterbrochen auf der BÃ?hne ist. Unkompliziert beugt sich der siegreiche Tänzer Aida krampfhaft die Hand, als sie die Füsse der Liebenden anstelle der Füsse ihres dort nicht präsenten Vater ergreift. Die Titelrolle wird von der Schauspielerin tatkräftig gesungen und im Liebeswettbewerb mit der dramaturgisch dominierenden Anne Smirnowa, die als Adrian K. ihren Bühnenplatz einnimmt ( "Amneris", während die Konkurrentin Aida im vierten Teil ebenfalls auf den ersten Rängen verwiesen wird, dort aber zum Glück nicht elektro-akustisch untermalt wird), durchgesetzt.

Die erfolgreiche Pharaostochter des Pharaos, die nach dem Abreißen der Leinwand und dem Zerschlagen des Frühstücksgeschirrs ihren eigenen Tode vortäuscht, ist ein besonderer König. Immer wieder lacht Peter, wenn z.B. Peter für die Radiames eine Knabberwurst auf den Tisch legt oder statt des Gewinnerkranzes einen mageren Gänseblümchenstrauß präsentiert (und damit auch das Spar-Konzept noch einmal betont).

Um zu applaudieren, wird der Mullschleier vor dem Ensemble abreißen. Die Pionierrolle von Berlin in dieser Produktion scheint mir gefährlich: Die Schliessung des Schillertheaters, unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer, hat es kleinen, noch ärmeren Städten ermöglicht, sich sittlich befähigt zu fühlen, ihre Häuser zu schließen als das "arme, aber sexy" prunkvolle Berlin. Mit der Neuproduktion der "Aida" an der Deutsche Oper Berlin wird das Haus nun konform vorangetrieben.

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